Ideen für Kinder- und Jugendbücher entwickeln

von | Sep 16, 2022 | Allgemein

Du willst ein Kinder- oder Jugendbuch schreiben, aber weißt nicht genau, worüber? Vielleicht hast du schon eine grobe Idee, aber bist unsicher, wie du sie ausbauen und weitere Ideen brainstormen kannst? Dann findest du hier ein paar Anregungen, um deine kreativen Zellen in Schwung zu bringen.

Relevante Themen für Kinder und Jugendliche

In der Kinder- und Jugendliteratur stehen zum Teil andere Themen im Vordergrund als in der Erwachsenenliteratur. Mein wichtigster Tipp ist daher: Lies möglichst viele Kinder- und Jugendbücher. So bekommst du ein Gespür für den Markt, für die behandelten Themen und auch für den Schreibstil.

Natürlich unterscheiden sich die Themen auch hinsichtlich der verschiedenen Altersgruppen. Für ein fünfjähriges Kind sind andere Dinge relevant als für vierzehnjährige Jugendliche. Um konkrete Ideen zu brainstormen, solltest du dir also zunächst bewusst machen, für welche Zielgruppe du schreiben möchtest. Das geht auch umgekehrt, falls du schon eine konkrete Idee hast. Dann überlegst du nachträglich, zu welcher Zielgruppe sie passt, um es bei der weiteren Planung zu berücksichtigen.

Interessant sind vor allem alltagsnahe Themen. Für jüngere Kinder ist das zum Beispiel der Kindergarten, die Familie oder das Lieblingskuscheltier. Auch mit Emotionen umzugehen, Streiten zu lernen und Ähnliches ist hier sehr beliebt. Für ältere Kinder sind dann zum Beispiel die Schule, Abenteuer oder Detektivspiele interessant. Auch magische Elemente sind sehr beliebt, aber natürlich kein Muss.

Wenn du magst, kannst du dir vor dem Brainstorming also Gedanken über die groben Rahmenbedingungen machen: Für welche Zielgruppe willst du schreiben? Soll es eine realistische oder eine fantastische Geschichte sein? Welche Themen sollen eine Rolle spielen?

Wie komme ich auf neue Ideen?

Vorweg sei gesagt, dass du nie zu krampfhaft nach Ideen suchen solltest. Denn meist hemmt das die Kreativität. Bleib stattdessen immer offen für Neues oder setz dich regelmäßig auch bewusst neuen Impulsen aus. Du kannst zum Beispiel mal eine andere Route als normalerweise gehen, ein Buch eines anderen Genres lesen, eine Doku zu einem unbekannten Thema schauen, kleine Ausflüge machen und so weiter.

Außerdem kannst du überlegen, was dich allgemein interessiert. Welche Themen liegen dir am Herzen? Welches Gefühl oder welche Botschaft möchtest du mit deiner Geschichte vermitteln? Auch das können erste Ansatzpunkte sein.

Wenn du deine Kreativität ankurbeln möchtest, kann auch ein entspannter Spaziergang helfen. Oder du hörst Musik, die dich inspiriert. Manchmal kann es auch helfen, einfach nur in Stille dazusitzen und nachzudenken. Denn ja, neue Impulse sind inspirierend, aber manchmal hilft es auch, sich der Langeweile auszusetzen, statt sich ständig mit neuen Eindrücken zu beschallen, um neue Ideen zu generieren.

Ich habe zum Beispiel einmal während einer mehrstündigen Zugfahrt nicht viel anderes gemacht, außer Musik zu hören und aus dem Fenster zu schauen – und in dieser Zeit kamen mir einige Ideen.

Tipp: Ideenbüchlein

Damit du in Zukunft keine deiner Ideen mehr vergisst, kann ein Ideenbüchlein hilfreich sein. Denn bekanntlich kommen einem die besten Ideen immer dann, wenn man gerade nicht danach sucht. Du fährst mit der Bahn, schnappst einen interessanten Gesprächsfetzen auf: zack, eine Idee. Du liegst in der Badewanne, denkst eigentlich an nichts und entspannst: zack, eine Idee.

Doch egal, wie genial und unvergesslich die Idee scheint – wenn man sie nicht aufschreibt, vergisst man sie leider doch oft schnell. Deshalb ist es nützlich, immer etwas dabei zu haben, wo man die Ideen notieren kann.

Am besten sammelst du deine Ideen dann alle an einem Ort, damit du später nicht zwanzig verschiedene Quellen durchforsten musst, wenn du dein nächstes Projekt planst. Ob das ein Notizbuch, dein Handy, eine Karteikartensammlung oder etwas ganz anderes ist, bleibt natürlich dir überlassen. Probier einfach aus, was für dich am besten funktioniert.

Idee auswählen

Wenn du genügend Ideen gebrainstormt hast, kommt irgendwann der Punkt, an dem du eine Idee auswählen und weiterverfolgen solltest. Meist spürst du auch, welche die richtige ist. Das ist die Idee, die dich nicht mehr loslässt, die sich einfach aufdrängt und geschrieben werden möchte. Falls du das spürst, ist das schon mal eine super Voraussetzung für die weiteren Schritte. Denn umgekehrt stellt sich die Frage: Wieso sollte sich jemand anderes für deine Idee begeistern, wenn du selbst schon nicht ganz überzeugt bist? Wähle also eine Idee aus, für die du brennst und hinter der du vollkommen stehst.

Aber keine Sorge: Du kannst die Idee natürlich jederzeit abändern oder doch eine neue wählen, falls du merkst, dass es doch nicht richtig passt. Das Wichtigste ist, überhaupt erst mal anzufangen!

Eine konkrete Idee ausbauen

Wenn du eine erste Idee hast, für die du brennst, ist das schon super! Im nächsten Schritt geht es darum, diese Idee auszubauen. Dafür kann es hilfreich sein, erst mal alles aufzuschreiben, was du über die Idee weißt. Worum geht es? Welche Szenen hast du schon im Kopf? Wo und zu welcher Zeit spielt die Geschichte? Wer sind die Charaktere? Wenn du damit anfängst, fällt dir bestimmt auf, dass du insgeheim schon mehr über die Geschichte weißt, als du vielleicht dachtest.

Danach kannst du deinen Ideen weiter freien Lauf lassen und alles notieren, was dir noch in den Sinn kommt. Am besten versuchst du, deinen inneren Kritiker dafür ganz weit nach hinten zu schieben. Denn wenn du anfängst, gleich alle Ideen zu bewerten, kann das den kreativen Fluss stark hemmen. Lass also zuerst alle Ideen zu. Ob sie gut oder schlecht sind und welche Ideen zusammenpassen, kannst du hinterher überlegen, wenn du einen großen Pool an Ideen zusammengestellt hast, aus dem du schöpfen kannst.

Es kann auch hilfreich sein, immer wieder einzelne Punkte der Idee zu hinterfragen. Denn durch die Fragen oder besser gesagt durch die möglichen Antworten werden immer wieder neue Ideen generiert.

Wenn du magst, kannst du auch eine kleine Marktrecherche durchführen und schauen, welche Bücher es schon gibt, die deinem ähnlich sind. Was gefällt dir daran? Was könntest du anders machen? Natürlich sollst du kein Buch kopieren, aber es gibt dir ein Gefühl dafür, welche einzelnen Elemente für deine Geschichte interessant sein könnten. Außerdem kannst du so herausfinden, was in deinem Genre und bei deiner Zielgruppe üblich ist, was also möglicherweise von den Leser*innen erwartet oder erhofft wird. Und schließlich kannst du deine Idee so auch bewusst von den anderen abgrenzen, indem du ihr ein Alleinstellungsmerkmal verpasst.

Brainstorming-Methoden

Um auf neue Ideen zu kommen, können auch Brainstorming-Methoden nützlich sein. Du kannst dir zum Beispiel „Was wäre, wenn“-Fragen überlegen und dazu kreative Antworten ausdenken. Was wäre, wenn Tiere sprechen könnten? Was wäre, wenn ein Kind plötzlich mit Zauberkräften aufwachen würde? Dir fällt bestimmt etwas Kreatives ein.

Alternativ magst du vielleicht die ABC-Methode ausprobieren. Hierfür schreibst du die Buchstaben des Alphabets auf und überlegst dir zu jedem ein spannendes Wort. Als Oberthema wählst du zum Beispiel „Kinderbuch“. Falls du schon eine grobe Idee hast, in welche Richtung dein Roman geht, kannst du auch das als Thema nehmen. Soll es zum Beispiel eine Tiergeschichte werden, wählst du „Tiere“. Soll es um eine Prinzessin gehen, wird dieser Begriff zum Thema.

Wenn du irgendwann merkst, dass du genug Ideen gesammelt hast, kann es mit der eigentlichen Planung deiner Geschichte losgehen. Darum wird sich der nächste Blogbeitrag drehen. Also schau gern noch mal vorbei, falls es dich interessiert.

Thememideen für Kinder- und Jugendbücher
Ideen für Kinder- und Jugendbücher
Lektorin Lisa Bogen vor einem Bücherregal mit Romanen

Hallo!

Ich bin Lisa, arbeite als freie Lektorin und möchte dir mit diesem Blog Tipps rund ums Schreiben vermitteln. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Kinderbüchern und Jugendbüchern.