Wenn deine Geschichte und möglicherweise auch die Illustrationen für dein Buchprojekt final stehen, wird es Zeit, beides zusammenzufügen und vor allem in eine hübsche Form zu bringen. Als Nächste steht also der Buchsatz an.
Selbst machen oder Profi dazuholen?
Genau wie die Illustrationen sollte auch der Buchsatz professionell gestaltet werden. Manchmal übernimmt das auch gleich der Illustrator. Das bietet sich vor allem bei Bilderbüchern an, wo der Text besonders harmonisch in die Illustrationen eingefügt werden muss. Wenn du aber einen Kinder- oder Jugendroman veröffentlichst, wirst du den Buchsatz vielleicht bei einer weiteren Person beauftragen.
Alternativ kannst du dich auch selbst in ein entsprechendes Programm einfuchsen und den Buchsatz selbst übernehmen. Der Vorteil ist, dass du so viel rumprobieren kannst, wie du magst, und den Buchsatz genau nach deiner Vorstellung gestalten kannst. Außerdem sind so leichter spontane Anpassungen möglich und die Abläufe sind allgemein etwas flexibler.
Den Buchsatz abzugeben, kann dir hingegen Zeit und Nerven sparen, weil du dich nicht in ein neues Programm und die Grundsätze des Buchsatzes einarbeiten muss. Außerdem kannst du dir sicher sein, dass es am Ende gut aussieht und du nicht frustriert bist, weil es nicht so klappt, wie du es dir eigentlich vorstellst.
Übrigens: Falls du dir Unterstützung beim Buchsatz suchst, schau dir sehr gern mal mein Angebot zum Buchsatz an.
Programm für den Buchsatz
Falls du deinen Buchsatz selbst machen möchtest (oder es zumindest mal austesten willst), brauchst du dafür ein geeignetes Programm. Natürlich lässt sich bis zu einem gewissen Grad auch mit Word arbeiten, aber die spezialisierten Programme bieten dir noch mal deutlich mehr Funktionen, um Text und Bild in eine möglichst ansprechende und branchenübliche Form zu bringen.
Besonders häufig genutzt werden die folgenden beiden Programme:
- Adobe InDesign
- Affinity Publisher

Illustration: Marie Bollmann
Aus dem Buch: „Monstäa – Die vergessene Welt der Monster“
Grundeinstellungen für den Buchsatz
Bevor es mit dem eigentlichen Buchsatz losgeht, solltest du dir über folgende Grundeinstellungen Gedanken machen:
- Seitengröße: Soll dein Buch quadratisch sein? Ein A4- oder A5-Format haben oder ein spezielles Sonderformat? Schau dafür am besten mal in dein Bücherregal. Welches Format haben die Bücher, die sich an eine ähnliche Zielgruppe richten wie deins? Was davon gefällt dir gut? Je nachdem, wie und wo du dein Buch drucken lassen möchtest, ist es auch hilfreich, vorab zu schauen, welche Formate dort angeboten werden und inwieweit das den Preis beeinflusst.
- Seitenränder: Auch dafür kannst du dir andere Bücher anschauen, deren Seitenspiegel dir besonders gut gefällt. Miss dann einfach mal nach, um ein Gefühl für das Verhältnis zu bekommen. Denn üblicherweise sind die Seitenränder nicht alle gleich groß, zum Beispiel ist unten meist mehr Weißraum als oben.
- Schriftart: Mit der Schriftart kannst du die Stimmung des Buches aufgreifen, aber ich würde dir empfehlen, keine zu außergewöhnliche Schriftart zu nutzen, damit es sich gut lesen lässt. Um Abwechslung reinzubringen, kannst du neben der schlichten Schrift für den Haupttext noch eine speziellere Schrift für Kapitelüberschriften oder zur Hervorhebung einzelner Begriffe oder Abschnitte im Text verwenden (Beispiel dafür weiter unten). Wichtig zu wissen, ist auch, dass du nicht jede beliebige Schriftart frei nutzen kannst, sondern eine Lizenz dafür brauchst. Diese kann entweder schon in deiner Programmlizenz enthalten sein (ich hatte zum Beispiel mit Adobe InDesign auch Zugriff auf die Adobe Fonts) oder du musst sie separat erwerben.
- Schriftgröße: Die Wahl der Schriftgröße hängt eng mit der Zielgruppe zusammen. Wenn das Buch zum Selberlesen für Kinder ab 8 gedacht ist, sollte die Schrift also größer sein als bei einem Jugendbuch ab 14 Jahren.
- Zeilenabstände: Hier gilt Ähnliches wie für die Schriftgröße. Je jünger das Lesealter, desto größer sollten die Zeilenabstände in der Tendenz sein, damit man beim Lesen nicht so leicht verrutscht.
Tipp: Wie beim Schreiben solltest du beim Buchsatz immer deine Zielgruppe im Hinterkopf behalten. An welche Altersstufe richtet sich das Buch? Ist es zum Selberlesen oder Vorlesen gedacht? Für jüngere Kinder sollte der Text luftiger sein, bei einem Jugendroman darf ruhig mehr Text auf einer Seite stehen. Deshalb kann ich dir ich wirklich nur empfehlen, dir ganz viele Vergleichsbücher anzuschauen. Was ist üblich? Was gefällt dir davon am besten? Und dann heißt es: ganz viel ausprobieren, bis du zufrieden bist.
Noch ein Tipp: Druck dir mal eine Probeseite in Originalgröße aus. Denn am Computer können Größenverhältnisse ganz anders wirken und so bekommst du einen guten Eindruck davon, wie es später aussehen würde, und erschreckst dich nicht, weil die Schrift viel größer oder kleiner als gedacht ist.
Aufbau des Buchinnenteils
Üblich ist folgender Aufbau des Buchinnenteils:
- Vorsatz und Nachsatz: Bei Hardcover-Büchern sind der Vor- und Nachsatz die Seiten, die auf den Buchdeckeln festgeklebt werden und so alles zusammenhalten. Die Seiten können unbedruckt bleiben, werden aber gerade bei Kinderbüchern gern bedruckt oder es wird ein einfarbiges Papier dafür gewählt. Dafür legst du in der Regel eine separate Druckdatei an, aber für die Vollständigkeit wollte ich es hier trotzdem erwähnen.
- Schmutztitel: Das ist die erste Seite des eigentlichen Buchblocks. Hier steht ganz schlicht der Titel des Buches und gegebenenfalls noch der Autorenname.
- Titelseite: Auf Seite 3 wird der Titel noch mal abgedruckt, diesmal aber „hübsch gestaltet“. Häufig wird dabei die Titelgestaltung vom Cover übernommen. Außerdem stehen dort wichtige Infos wie der Autorenname, Illustratorenname oder gegebenenfalls ein Untertitel.
- Impressum: Das Impressum steht meist auf der Rückseite des Haupttitels, also auf Seite 4. Ich habe jedoch auch schon Bücher gesehen, bei denen das Impressum ganz ans Ende des Buches gepackt wurde.
- Widmung/Zitat/Inhaltsverzeichnis: Falls du deiner Geschichte eine Widmung oder ein bestimmtes Zitat voranstellen willst, folgt das als Nächstes. Das Gleiche gilt für ein Inhaltsverzeichnis, falls es eines geben soll.
- Inhalt: Dann geht es mit dem eigentlichen Inhalt los, also deinem Text und den Illustrationen. Häufig startet man dabei auf der rechten Seite. Ich habe mich dazu entschieden, vorab auch noch eine Vorstellung der Figuren und eine Karte einzubauen.
- Schlussseiten/Bonusmaterial: Optional kannst du am Ende des Buches noch weitere zusätzliche Seiten anhängen. Zum Beispiel deine Autorenvita, die Illustratorenvita, eine Danksagung, ein Glossar oder Zusatzinfos zum Text. Außerdem kannst du diese letzten Seiten nutzen, um für deine anderen Bücher Werbung zu machen.
Buchsatz-Basics
- Kapitelüberschriften gestalten: Wie weiter oben schon erwähnt, bietet es sich an, für die Kapitelüberschriften eine andere Schriftart zu wählen, um sie optisch abzuheben. Sie wird in der Regel auch größer geschrieben. Falls es zu deinem Buch passt, kannst du als weiteres Schmuckelement auch Kapitelzierden erstellen (lassen).
- Typografische Spielereien: An passenden Stellen kannst du auch im Text mal die Schriftart wechseln. Zum Beispiel, um ein Schild oder einen Zeitungartikel darzustellen, oder um eine bestimmte Stimmung zu spiegeln. Gezielt eingesetzt, kann das den Text auflockern und noch ansprechender machen.
- Bilder früh genug einfügen: Falls dein Buch illustriert ist, solltest du die Illustrationen möglichst früh einfügen, da sich dadurch natürlich einiges verschiebt und ein Feinschliff vorher wenig Sinn ergibt. Je nachdem, ob es eine ganzseitige oder eher kleine Illustration ist, ergeben sich dabei unterschiedliche Möglichkeiten, um sie harmonisch in den Text einzufügen. Zur Inspiration mal ein paar Beispiele aus meinem Buch.
- Laufweite für ein harmonisches Bild anpassen: Wenn alles eingefügt ist und das grobe Design steht, kann es mit dem Feinschliff weitergehen. Hierfür kannst du nun mit der Laufweite der einzelnen Absätze spielen. Hierbei werden die einzelnen Buchstaben und Wörter enger zusammengerückt oder weiter auseinandergezogen. Dadurch kannst du zum Beispiel bewirken, dass ein Absatz mit ursprünglich vier Zeilen plötzlich nur noch drei Zeilen oder aber fünf Zeilen einnimmt. So kannst du Schritt für Schritt für ein harmonisches Bild sorgen.
- Auf Silbentrennung achten: Am besten schaltest du die automatische Silbentrennung ein, die in den meisten Fällen auch gut funktioniert. Trotzdem solltest du darauf achten, ob nicht irgendwo an einer falschen Stelle im Wort getrennt wurde, und es dann anpassen. Das kann besonders bei Fremdwörtern oder selbst ausgedachten Fantasy-Begriffen vorkommen. Deshalb solltest du den Text nach dem Buchsatz am besten noch einmal komplett durchzugehen und auf Fehler prüfen – ein paar fallen einem dabei fast immer noch auf.
- Beschnittzugabe: Wenn du dein Buch professionell in einer Druckerei drucken lassen möchtest, solltest du einen Beschnittrand von etwa 2 bis 5 mm anlegen. Die genaue Breite erfragst du am besten bei der Druckerei, da das leicht variieren kann. Wichtig für dich ist der Beschnitt vor allem, wenn du in deinem Buch Illustrationen hast, die bis zum Seitenrand gehen, oder eine komplett schwarze Seite. Dann ist es nämlich wichtig, dass diese Illustration (oder die Schwarzfärbung) auch den Beschnittrand komplett ausfüllt. Denn nach dem Druck werden die Seiten zurechtgeschnitten und dabei kann es theoretisch passieren, dass der Schnitt um ein, zwei Millimeter verrutscht. Und dann soll natürlich kein weißer Rand neben der Illustration zu sehen sein.



Illustrationen: Marie Bollmann
Aus den Büchern: „Monstäa – Die vergessene Welt der Monster“ und „Heinrich Hase rettet Weihnachten“
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